Das Investieren in ETFs ist und bleibt ein grundsätzlich sehr einfacher Prozess: Wer kauft oder regelmäßig bespart, langfristig hält und bei der ersten Börsenturbulenz nicht die Flinte ins Korn wirft, der macht vieles richtig. Und wird vermutlich über Jahre oder Jahrzehnte hinweg eine ordentliche Rendite einstreichen.

Es gibt allerdings gewisse Weichenstellungen, über die man als Passivinvestor nachdenken sollte. Dazu gehört beispielsweise auch, in wie viele verschiedene ETFs man investieren möchte.

Die Antwort auf diese Fragestellung kann individueller Natur sein, wobei man prinzipiell mit einem marktbreit diversifizierten Passivfonds wenig falsch macht. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was man zu verschiedenen ETF-Anzahlen wissen sollte. Beziehungsweise, wann welcher Ansatz geeignet ist.

Anzahl 1: Du bist im Spiel! Grundsätzlich kann man sich als Investor, wie gesagt, auch für einen ETF entscheiden. Wichtig ist dabei allerdings, dass man auf eine solide Diversifikation und Allokation achtet. Der MSCI World, der S&P 500 könnten beispielsweise interessante Vertreter sein. Allerdings existieren natürlich auch andere Namen, die relevant werden könnten.

Wer bloß in einen Passivfonds investiert, der erhält grundsätzlich schon die Chance auf eine marktübliche Rendite. Wie gesagt: Langfristig und idealerweise über Jahrzehnte hinweg. Dabei kann man es sich vom Grundsatz her sehr einfach machen: Bloß ein ETF erfordert schließlich weniger Auswahl, weniger Aufwand und wer bequem über Sparpläne bespart, der kann seinen Passivansatz quasi auf Autopilot laufen lassen.

Gibt es Nachteile bei einem solchen Ansatz? Ja, womöglich. Man wird als Investor größere Kompromisse eingehen müssen, was die regionale Diversifikation angeht. Allerdings bleibt es grundsätzlich dabei, dass man auf einem renditeträchtigen Weg ist.

Anzahl 5: Mehr Gestaltungsspielraum Wer hingegen in fünf verschiedene ETFs investieren möchte, der besitzt mehr Gestaltungsspielraum. So sind mit verschiedenen marktbreiten Passivfonds verschiedene Ansätze möglich. Man könnte beispielsweise Schwerpunkte auf Dividenden legen. Oder auch auf eine bessere regionale Verteilung. Den eigenen Vorlieben kann Rechnung getragen werden. Und das ohne unterm Strich auf eine marktbreite Diversifikation verzichten zu müssen.

So vorteilhaft das auch klingt, im Endeffekt sollte man sich mehrerer Sachen bewusst sein: Erstens wird der Ansatz hierdurch komplexer und aufwendiger. Als Passivinvestor wird man sich aktiver auf die Suche nach geeigneteren ETFs begeben müssen. Das kostet zumindest Zeit.

Zweitens sollte man stets kritisch überprüfen, ob der eigene Aufwand auch mehr bringt. Vor allem die Gesamtrendite sollte dabei im Vordergrund stehen. Das Mehr an Aufwand mag zwar schön und gut sein. Wenn die Performance allerdings nicht stimmt, so könnte es doch unterm Strich schlauer sein, zu einer marktbreiten Variante zurückzukehren.

Anzahl 10: Vielleicht etwas too much …? Grundsätzlich gilt bei einer Anzahl von zehn verschiedenen ETFs, dass zeitlicher Aufwand und eine bessere Rendite womöglich nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Bei zehn verschiedenen Passivfonds wird es vermutlich Dopplungen geben. Oder aber man wird sehr, sehr exotisch. Hier sollte man wirklich überlegen, ob einem das wert ist. Beziehungsweise ob andere Alternativen nicht womöglich besser sind.

Um ehrlich zu sein sieht eine Anzahl von zehn Passivfonds verdächtig aktiv aus. Wer so viel Zeit in die Diversifikation oder auch die Allokation der verschiedenen ETFs investieren möchte, der sollte vielleicht überlegen, in Gänze auf die aktive Seite zu wechseln und eher auf einzelne Aktien setzen, um nicht mit passiven Kompromissen mehr Rendite zu generieren.

Im Endeffekt bleibt es deine Entscheidung, wie du vorgehen möchtest. Zehn ETFs könnten für den passiven Kompromiss allerdings zu viel sein. Womöglich entfernt man sich hierbei außerdem weiter von einem marktbreiten und solide diversifizierten Ansatz.

Halte es ruhig einfach! Das Investieren in ETFs ist und bleibt ein einfacher Prozess. Die grundsätzliche Erfolgsformel haben wir bereits in der Einleitung noch einmal skizziert. Das kann auch Auswirkungen auf die Anzahl deiner jeweiligen Passivfonds haben. Bereits ein solide diversifizierter Fonds reicht dabei aus, um marktübliche Renditen einzufahren. Mit mehr Auswahl erhöht sich auch der Aufwand. Weshalb es daher unnötig verkomplizieren?

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